Albanien 2015

Albanien 2015

Vom 20.07 bis zum 05.08 diesen Jahres waren wir auf dem Balkan und im Land des Adlers, Albanien, unterwegs. Wir, das sind Tine, Darius, Bastl und ein weißer Hilux. Ein kleiner Bericht.

Nach langem Abwägen der möglichen Varianten nach Albanien zu gelangen, fällt der Entschluss zu Gunsten der Route über Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Bosnien Herzegowina und Montenegro aus. Wenn man Zeit hat, eine gute Möglichkeit den Hauptreiseströmen über Österreich und Slowenien/Kroatien aus dem Weg zu gehen.
Am Ende des langen ersten Reisetag finden wir schließlich in den Weinbergen um Paks einen schönen Platz mit Blick auf die Donau.
Von dort aus starten wir am nächsten Morgen gut erholt in Richtung Ungarisch – Kroatische Grenze bei Udvar. Kroatien ist an dieser Stelle nur ein kleiner Zipfel zwischen Ungarn, Serbien und Bosnien. Auffällig sind die Unterschiede zu den von Touristen heimgesuchten Küstengebieten. Vom relativen Wohlstand ihre Landsleute dort kann die hier ansässige Bevölkerung wohl nur träumen. Über die A5/A3 fahren wir bis Zupanja – dort beginnt die M18, welche uns bis Albanien führen wird.

Bosnien und Herzogowina

Einreise nach Bosnien (bei Orasje) bedeutet, recht ungewohnt für uns, genaue Kontrolle der Papiere und Sichtvermerk im Pass. Bald tauchen am Straßenrand die ersten Zeugen jener Tragödie auf, die sich hier, keine tausend Kilometer Luftlinie von uns daheim, vor wenigen Jahren ereignet hat.
Einschusslöcher, verlassene Ruinen und rote Schilder, die vor den vergrabenen Überbleibseln des Krieges warnen, hinterlassen ein beklemmendes Gefühl.
Als wir uns nahe Tuzla ein Plätzchen zur Rast suchen, werden wir spontan von Anton und seinem Cousin Pejo zum Essen eingeladen. In der kleinen Küche des Hause hat Pejo den leckersten Gulasch bereitet, der mir je auf den Löffel kam.
Anton spricht deutsch und so erfahren wir einiges über die Situation im Land: über Abwanderung ins Ausland, wo es Arbeit gibt, Perspektivlosigkeit und immer noch schwellende Konflikte zwischen ethnischen Gruppen. Gut gesättigt verabschieden wir uns herzlich und erreichen gegen Abend das „Camp Ollywood“ in Sarajevo.

„Camp Ollywood“ ist ein recht alternatives Hostel mit kleiner! Wiese und herrlichem Blick über die Stadt. Von hier aus brechen wir nach einem ausgiebigem Frühstück zum Sightseeing auf.
Sarajevo ist eine quirlige Stadt voller Touristen. Wer Lust auf shoppen verspürt wird hier ebenso fündig wie der an Kunst, Kultur und Geschichte Interessierte.
Zwei Stunden lassen wir uns treiben dann heißt es – weiterfahren.
Wir sind bereits eine Weile unterwegs als wir zu unserem Schrecken feststellen müssen, dass in „Camp Ollywood“. unser schwarzes Eimerchen zurückgeblieben ist. Das für die Notdurft und Reiseübelkeit unersetzliche Stück wird in Foca umgehend durch ein gleichwertiges Model ersetzt – Glück gehabt!

Montenegro

Die M18 folgt dem Lauf der Drina immer tiefer in die Berge. Bei Hum überqueren wir im Regen die Grenze nach Montenegro und kommen nach kurzem Zwischenstopp an der 220m hohen Staumauer des Plivsko Jezero auf Camp Evergreen in Pluzine an.
Wir sind die einzigen Gäste und werden vom Chef persönlich im Birnenhain eingewiesen. Die Erledigung der anschließenden „Formalitäten“ erfolgen unter Zuhilfenahme von reichlich selbstdestilliertem Birnenbrand.

Der Abschied am nächsten Morgen fällt besonders Darius schwer, hat ihn doch das gesamte Personal der angeschlossenen Wirtschaft rührend umsorgt. Wir hörten von zugeschobenen Speisen und dergleichen mehr …
Der direkte Weg zur Einreise nach Albanien wäre Hani i Hotit aber wir entscheiden uns für die weniger bekannte Strecke entlang des Rumaj – Gebirges, welches sich am gesamten Ostufer des Skutarisees entlangzieht.Aus Richtung Podgorica kommend zweigt der Einstieg ziemlich unvermittelt bei dem Dorf Virparzar links ab. Dann schlängelt sich die schmale Straße an der Flanke des Gebirges entlang und eröffnet immer wieder traumhafte Ausblicke auf den See und die albanischen Alpen.

Albanien

Nachdem wir die albanische Grenze passiert haben, erreichen wir schließlich am späten Nachmittag
das Lake Shkodra Resort am Ostufer des Sees und sind erst einmal verblüfft. Verschiedenste Allradfahrzeuge aus ganz Europa geben sich ein Stelldichein. Dazu noch das eine oder andere „normale“ Womo, Fahrradreisende, Motorräder… . Darius hat schnell Anschluss gefunden und wir beschließen den angebotenen Komfort des Resorts während eines Tages Fahrpause ausgiebig zu nutzen. Direkt am See gelegen und ausgestattet mit allen möglichen Annehmlichkeiten wie modernen Sanitäranlagen, Restaurant, überdachten Stellplätzen (wer`s braucht) usw. könnte man auf die Idee kommen, dass Albanien gar kein Geheimtip mehr ist.

Ich nutze den Tag, um mich um den Dieselfilter zu kümmern, der, so die Vermutung, als Ursache für Spritmangel beim Starten in den letzten Tagen in Betracht kommt. In der Einbauanleitung des kurz zuvor montierten Long Ranger Tanks wurde ein Filtertausch nach 1000km empfohlen.
Obwohl ich mir anschließend einbilde, dass der Lux besser startet, wird der eigentliche Übeltäter, eine nicht ganz feste Schelle der Dieselleitung, erst kurz vor Ende der Reise entlarvt.
Unsere Tour durch Albanien startet mit einem Besuch der Burg Rozafa, welche sich hoch über Shkodra auf einem Berg erhebt. Die Stadt, am Zusammemfluß von Buna und Kir gelegen, gilt als die älteste Albaniens und die Besiedlungsgeschichte des Burggeländes reicht in die Bronzezeit zurück. Einen kleinen Einblick bietet dazu das Burgmuseum. Eine Taschenlampe sollte unbedingt dabei sein um die zahlreich vorhanden dunklen Löcher zu erkunden, von denen die meisten leider völlig vermüllt sind.
Nachdem wir noch die Ura e Mesit, die größte erhaltene osmanische Steinbogenbrücke, besichtigt haben, fahren wir Richtung Osten weiter.
Sind es von Shkodra bis Kukes auf der E851/SH5 auch nur 130km – die haben es in sich und werden für unseren Darius zur Tortur. Bergauf und Bergab reihen sich genauso aneinander wie die unzähligen Serpentinen. Das arme Kind kotzt ohne Unterlaß und so beschließen wir, den Versuch durch das östliche Bergland zum Oridsee zu gelangen, aufzugeben.
Die A1 bringt uns nach Tirana, von dort geht’s auf der SH3 über Elbasan erneut ostwärts. Diesmal deutlich magenschonender.
Im recht dicht besiedelten (für albanische Verhältnisse) Skumbintal, kurz hinter Librazhd, führt uns die Suche nach einem Platz für die Nacht über kleine Wege hoch in die Berge. Da wir, wann immer möglich, bemüht sind, uns bei den Einheimischen „anzumelden“ , trage ich auch hier dem ersten, der uns über den Weg läuft, unser Anliegen vor. Wir kommen ins Gespräch, der Herr zeigt „seine“ Quelle, verweist hierauf, zeigt dahin – alles mit Händen,Füßen und drei Brocken albanisch.
Schließlich stehen wir auf einem kleinen Hügel, hinter uns hohe Felsen, vor uns der Blick übers Tal. Nach einem abwechslungsreichen Abend mit einigen Begegnungen mit „Ortsansässigen“ und einer regnerischen Nacht ist es am nächsten Morgen nur noch ein Katzensprung bis zum Oridsee.

Wir besuchen das kleine beschauliche Fischerdörfchen Lin am Westufer des Sees. Schmale, mit Wein überrankte Gassen führen zwischen den gepflegten Häuschen immer wieder ans Ufer – und damit zu einem der großen Probleme Albaniens: Müll. Das an sich idyllische Seeufer gleicht an vielen Stellen einer Hausmülldeponie.
Weiter auf der SH3 nach Pogradec. Wir machen uns auf die Suche nach den Resten der Illyrischen Burg Kalaja e Pogradecit. Gleich am Ortseingang verweist ein Schild dorthin, aber der Weg ist mühsam und nur zu Fuß oder mittels 4×4 erreichbar. Endlich angekommen sind wir etwas enttäuscht. Auch Reste der Burg sind hier nicht mehr zu finden. Außer man ist wie zwei junge Herren mit dem Metalldedektor unterwegs. Dafür bietet sich von hier oben eine grandioser Ausblick auf den See und das Umland.
Das Erwachen am nächsten Morgen ist weniger sanft. Camp Peshku liegt eingeklemmt zwischen See und Straße so dass der morgendliche LKW -Verkehr gewissermaßen hinter der Hecke vorbeirauscht. Nach der Sichtung von größeren Schlangen im Wasser ist`s mit der Lust auf ein erfrischendes Bad bei Tine auch vorbei und wir starten Richtung Korca.

Korca ist laut und bunt. Mitteleuropäische Architektur vergangener Epochen mischt sich mit orientalisch anmutendem Treiben auf dem alten osmanischen Basar, welcher unbedingt einen Besuch wert ist. Vom Singvogel bis zu gebrauchten, gut erhaltenen Schraube ist hier alles zu bekommen. Wir erstehen Briefmarken, nur von Postkarten keine Spur.
Darius testet albanisches Fastfood (es gibt keinen McDonald´s in Albanien!) und ist davon mindestens genauso angetan wie wir vom Bier der viel gerühmten örtlichen Brauerei.
Eine weiter Spezialität der Gegend führt uns in das südöstlich von Korca gelegene Dardha.
Der abgeschieden im Morva – Gebirge gelegene Ort mit seinen steingedeckten Häusern soll der Ursprung eines hervorragenden Raki sein. Da es sich aufgrund des einzigen albanischen Skiliftes um ein „Wintersportgebiet“ handelt, ist um diese Jahreszeit entsprechend wenig los. Es braucht dann auch mehrere Anläufe und die Hilfe eines englisch sprechenden Einheimischen um an das Gewünschte zu kommen. Stilecht abgefüllt aus dem großen Ballon in leere Wasserflaschen.
Auf dem Rückweg von unserem Abstecher auf die SH75 eröffnet sich uns wieder ein atemberaubendes Panorama über das hier nur dünn besiedelte Land. Man meint, Zuschauer einer Fernsehreportage zu sein.
Auf der immer schlechter werdenden Straße geht es über Ereske weiter Richtung Süden. Bei Borova erinnert ein Mahnmal an ein Massaker, welches die 1.Gebirgsdivision der Wehrmacht hier 1943 als Vergeltungsakt an der Zivilbevölkerung verübte.

Gegen Abend erreichen wir Farma Sortia, einen kleinen Campingplatz in den Bergen, der vor allem bei Kindern für Freude sorgt. Allerlei Getier wuselt dort herum und der Pool lädt zum Baden ein. Etwas abseits auf der Wiese sind Relikte ostdeutscher Automobilbaukunst und abenteuerliche technische Lösungen zu bestaunen. Als Darius dann auch noch (allein) eine Runde mit dem Traktor drehen darf, ist das Urlaubsglück perfekt.

Gut ausgeruht starten wir nach einem Tag Pause Richtung Permet, das sich als sympathisch gepflegte Stadt entpuppt. Wie schon oft werden wir auch hier wieder in ein Gespräch nach dem „Woher“ und „Wohin“ verwickelt. Da viele ausgewanderte Albaner in den Sommermonaten der alten Heimat einen Besuch abstatten, trifft man des öfteren jemanden, der des Englischen mächtig ist. Häufig kommt die Frage auf, was wir zuhause von Albanien erzählen werden.
Entgegen aller Vorurteile braucht man sich auch keine größeren Sorgen um sein KFZ zu machen.
Zwei, drei freundliche Worte in der Landessprache und das ganze Cafe hat ein Auge auf das gute Stück der Gäste.
In Permet gelingt es uns dann endlich auch, Postkarten zu erwerben. In einem Antiquariat. Alter: ungefähr 20 Jahre. Da sich aber nicht soviel verändert hat, kann man diese durchaus als aktuell betrachten.
Kommt man von Osten nach Permet, biegt etwa 8km vor der Stadt eine Straße rechts ab, der man unbedingt folgen sollte. Sie führt zum Kanoni i Legarices und seinen Schwefelquellen. Wenn im Sommer der Wasserstand niedrig ist, kann man weit in den Canyon hineinlaufen und ein Bad in den zahlreichen angestauten Becken nehmen. Einsamkeit darf hier allerdings nicht erwartet werden.

Tags darauf. Kurz bevor die SH75 auf die SH4 trifft, welche uns nach Gjirokaster bringen soll, bietet sich mit dem Zusammenfluß von Vjose und Drino ein beeindruckendes Beispiel für noch unregulierte Flußlandschaften, wie sie in Europa sonst kaum noch anzutreffen sind. Das Überflutungsgebiet mit seinen unzähligen Kiesbänken reicht soweit das Auge blicken kann: von einer Talseite zur anderen.
Unzählig sind auch die Touristen in Gjirokaster. Die 2005 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärte Altstadt ist ein Besuchermagnet für Reisende aus aller Herren Länder.
Den wohl besten Blick auf die Stadt und das Umland hat man von der mächtigen Festung aus. Betritt man diese durch den Haupteingang und hält sich links, präsentieren sich im spärlichen Licht deutsche und italienische Geschütze, die im zweiten Weltkrieg erbeutet wurden. Rechts vom Eingang führt der Weg zu einem kleinen Bektashischrein welcher mit Blumen und viel Grün wie ein kleines Paradies inmitten der Steinmassen wirkt.
Überall auf der Festung finden sich Gänge und Kavernen die zum Erforschen einladen. Aber nicht immer ist ersichtlich, was nun gestattet ist und was nicht. Generell sollte man besonders mit Kindern vorsichtig sein, da der Zustand abseits der Hauptwege, trotz vieler Besucher, doch eher als desolat zu bezeichnen ist.
Nach eilig einberufenem Kriegsrat beschließen wir, heute noch bis ans Meer zu fahren. Schließlich kann man es schon fast riechen!
Auf dem Weg über die SH 99 Richtung Sarande ganz kurzer! Zwischenstopp an der Syri i Kalter, auch „Blaues Auge“ genanten Karstquelle. Den kann man sich allerdings schenken. Die Quelle an sich ist, vor allem in Bezug auf ihre geologischen Daten eindrucksvoll, aber leider auch touristisch völlig überlaufen. Wir suchen schnell das Weite. Das Ziel,Camping Kraena, liegt direkt an der Rivieraküste bei Livhad und entpuppt sich als Treffpunkt deutschsprachiger Offroader, von denen wiederum einige, wie könnte es anders sein, Dresdner sind.

Als „Geheimtip“ an der albanischen Riviera gilt die kleine Bucht von Gjipe, etwa 20km von Himare aus Richtung Norden. Nach dem Örtchen Vuno zweigt eine sehr gut ausgebaute Straße, bei der man sich fragt für wenn hier dieser Aufwand betrieben wurde, links Richtung Meer ab. Bei dem Parkplatz am Ende der Straße heißt es dann für nicht geländegänige Fahrzeuge Stopp. Alle anderen halten sich rechts und dürfen über grobsteinigen Untergrund bis zum Strand fahren. Vorsicht ist allerdings geboten und besonders bei Gegenverkehr (so geheim ist´s nun auch nicht mehr) sollte man nicht die Nerven verlieren (Tine verließ hier lieber das Fahrzeug…). Rechter Hand fällt der Fels bis ins Meer ab und links steigt er steil nach oben.
Unten angekommen ist es dann natürlich nicht so abgeschieden wie sich das mancher vielleicht wünschen würde, aber das Wasser ist klar und lädt zum Schnorcheln ein. In den Felsen links des Strandes finden sich Höhlen, die allerdings nur schwimmend zu erreichen . Wer genug von der Hitze hat, dem sei die Erkundung des Canyons im hinteren Teil der Bucht ans Herz gelegt.
Auf dem Rückweg dann am nächsten Tag das Unvermeidliche – ein polnischer Offroader kommt uns entgegen. Wie nun? Ich quetsche mich ganz an den Rand – sein Räder sind schon bedrohlich nah am Abgrund – zwischen beide Autos passt noch ein Handtuch. Geschafft. Größer dürfte der Lux nicht sein.

Weiter geht’s auf der SH8 über den Llogara Pass nach Vlora. Da Sonntag ist, herrscht ein reges Verkehrsaufkommen und all die schönen Plätze entlang der Route sind mit Ausflüglern vollgestopft. Jedes sich bietende Stückchen Strand ist belegt. In Vlora füllen wir unsere Vorräte auf und sind am Abend in der Karavasta Lagune. Aber auch da ist nichts mit Beschaulichkeit – Menschen über Menschen. Am Strand wacht die Polizei über die Einhaltung elementarer Verkehrsregeln.
Nach längerem Suchen finden wir zwischen Pinien ein akzeptables Plätzchen für die Nacht. Als wir aber Einheimische befragen, wird uns von einer Übernachtung hier abgeraten. Es sei nicht sicher gibt man uns zu verstehen. Also wieder einpacken, Nudelteller auf den Schoß und zurück zu dem auf der Anfahrt erspähten Zeltplatz. Feierabend!
Die Lagune ist zwar als Nationalpark ausgewiesen, wird aber in den Sommermonaten von ca. 8000! Besuchern am Tag heimgesucht. Darauf ausgelegt ist auch die strandnahe Infrastruktur. Kleine Buden mit billigen Badeartikeln säumen den Straßenrand. Auf den Grundstücken dahinter Hotels und Restaurants. Kein Ort, den man im Hochsommer besuchen sollte.
Da wir beim eiligen Aufbruch am Vorabend eine Fußmatte vergessen hatten, müssen wir noch einmal zum Strand und nutzen die Gelegenheit, um Darius die erste „Fahrstunde“ zu erteilen. Der junge Herr platzt fast vor Stolz, als er das Auto allein über die sandigen Wege lenken darf.
Dann übernehme ich wieder das Steuer und bald sind wir in Kruja. Dort begegnen wir bei der Suche nach einem Parkplatz Arbi, einem Albaner, welcher uns ohne große Umstände in ein kleines Cafe einlädt. Das Wohlergehen unseres Kfz wird für die Dauer unseres Aufenthalts in der Stadt durch die Überwachung eines ihm bekannten Ladenbesitzers abgesichert. Man weiß ja nie… .
Arbi kam aus der Schweiz zurück in seine Heimat und so erfahren wir in der folgenden Stunde viel Interessantes über das Land, welches wir in den letzten zwei Wochen bereisten.
Nach einer herzlichen Verabschiedung folgen wir der Basargasse mit ihren vielen Andenken und Kunsthandwerksläden zur Burg Kruja, welche zu den Heiligtümern Albaniens zählt und im Kampf des Nationalhelden Skanderbeg gegen die Osmanen eine wichtige Rolle spielte. Das Skanderbeg – Museum auf dem Burggelände wurde von den kommunistischen Machthabern 1982 als zentraler Platz der Heldenverehrung geschaffen und ist , wie wir feststellen mussten, am Montag leider geschlossen.
Der Bummel auf dem Burggelände wird uns von den aufdringlichen Fremdenführen dann etwas vermiest. Bei allem Verständnis für die wirtschaftliche Situation im Land – ein „Nein“ ist ein „Nein“. So gleicht unser Rundgang eher einem Versteckspiel. Auf der noch bewohnten Burg mit ihren verwinkelten Gassen wäre sicher noch manches zu entdecken, aber es ist heiß und so kommt der Wunsch nach einem erfrischenden Bad auf. Also weiter. An einem der zahlreichen Andenkenstände ersteht Darius eine albanische Flagge und wir verlassen Kruja in Richtung Shkodra.

Am Abend dieses, unseres letzten Tages in Albanien, flattert auf dem Gelände des Lake Shkodra Resort die rote Flagge mit dem schwarzen Adler im Wind. Wir schauen, erfrischt von den Fluten des Skutarisees, zurück und freuen uns. Trotz mancher Widrigkeiten ist der Plan von der Reise durch Albanien geglückt. Das Land hat uns mit seiner großartigen Landschaft, seinen aufgeschlossenen, herzlichen Menschen und seiner jahrhundertealten Geschichte fasziniert und schon jetzt steht fest – es gibt noch viel zu entdecken, wir kommen wieder.
Faleminderit Albanien!

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